Wahlanalyse: Piraten! Ihr sinkt..!


Die Landtagswahl von Sonntag schlägt noch immer große Wellen, zu große für das Schiff der Piraten. Der 18. September 2011 (Landtagswahlen in Berlin) gilt als ihre große Stunde auf der großen Bühne, gilt nun der 20. Januar 2013 als Ende?
Doch auch die restlichen Ergebnisse werden analysiert und interpretiert! 😉

PiratenPartei

Es war wohl eine der engsten Wahlen, die ich je, in meinem noch kurzen Leben, erlebt habe und alle reden entweder davon, dass Rot-Grün ein Sitz mehr als die Tiegerente hat oder vom Auferstehen der FDP. Wie ich das alles sehe, erfahrt ihr jetzt, wenn ihr das nicht wollt, jetzt die Seite wechseln! 😀

Ja, Rot-Grün hat die Wahl gewonnen und ja es gibt einen Regierungswechsel in Niedersachsen, aber das ist auch das einzig erfreuliche, worüber sich die SPD freuen kann, meiner Meinung nach. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber die SPD rühmt sich gerade damit, dass man Schwarz-Gelb in einem weiteren Bundesland abgelöst hat. Doch schaut man sich die zig Wahlen vorher an, sieht man, dass man das vorher einige male viel deutlicher geschafft hat, als man es jetzt geschafft hat und auch die Umfragewerte für die Wahl in Niedersachsen sprachen vor einigen Wochen noch von einem klaren Bild für Rot-Grün, doch auch diesen Vorsprung hat man so sehr verspielt, das man nur mit 0,3 Prozent bzw. einem Sitz gewinnen konnte. An der Stelle von Sigmar Gabriel und Co. würde mir das zu denken geben. Nun will ich hier nicht Steinbrück in Frage stellen, weil ich glaube nicht das die SPD eine andere Wahl hatte, als ihn zum Kanzlerkandidaten zu machen, schließlich ist er der Finanzexperte, der gerade gebraucht wird, jedoch trampelte er in den erste Wochen als Kanzlerkandidat von einem Fettnäpfchen ins andere. Erst das ganze Theater um die Honorare für seine etlichen Vorträge. Keine Frage, alles legal, jedoch moralisch blöd, vor allem kommt es beim Wähler nicht gut an. Dann äußert er sich auch noch, dass man als Kanzler im deutschen Staate zu wenig verdient. Keine Frage, ich teile seine Meinung, aber diese darf er nicht raushauen, wenn er ein paar Tage/Wochen zuvor offengelegt hat, was er für seine Vorträge zu nebenbei verdient hat, und dann denkt sich der Wähler natürlich, „Der verdient für sein Gelaber so viel und will als künftiger Kanzler mehr Geld haben?!“, und wird ihn sicherlich erstmal nicht wählen wollen. Deswegen bin ich auch der festen Ansicht, dass er das schlechte Abschneiden in Niedersachsen zu verantworten hat, aber(!) ich halte ihn immernoch für den richtigen Kandidaten.

Kommen wir zu Schwarz-Gelb. Das Manöver was sie fahren wollten, war ja an sich kein schlechtes, nur glaube ich, haben sie nicht mit einem so großen Effekt gerechnet und vor allem nicht, dass es fasst ein zweites Mal geklappt hätte, so Schwarz-Gelb zu retten. Der ein oder andere fragt sich jetzt vielleicht, wieso ein zweites mal, ganz einfach: Bundestagswahl 2009. Die FDP erreicht einen formidablen Wert von 14,6 Prozent. Damit hatte zuvor keiner gerechnet, nicht mal die „Experten“. Des Rätsels Lösung ist ganz leicht: Auch damals gab es „Leihstimmen“ für die FDP, denn aus eigener Kraft hätten sie das Ergebnis nie eingefahren, dessen bin ich mir Sicher. Das ist ja auch alles kein Problem, denn es ist des Wählers gutes Recht, seine Stimme dem zu geben, von dem er glaubt, da ist sie am Besten aufgehoben. Nur das Ziel der Leihstimmen war: Schwarz-Gelb ermöglichen! Das CDU stärkste Macht würde, war aufgrund der herben Verluste der SPD klar, aber ob das für Schwarz-Gelb reicht, eher nicht..deswegen mussten die CDU-Wähler ran. Nur der Unterschied zu diesem Sonntag: Die CDU hat nichts dafür getan, dass es so kommt.
Dieses mal schon: McAllister hat gesagt, er hätte nichts dagegen, wenn die CDU Wähler die FDP wählen würden. Klares Manöver und taktisch gar nicht unklug..nur meiner Meinung nach ist das so, als würde ein Patient seit Jahren im Koma liegen und man beatmet in seitdem künstlich. Nun will ich nicht sagen, dass die FDP im Koma liegt, aber so ähnlich..diese Leihstimmen bringen ihnen auf lange Sicht nichts, sie sind nur Wasserträger in einer Koalition, regieren tun sie eigentlich nicht.
Da war das Manöver, welches Parteichef Rösler gestern gefahren ist, wesentlich besser durchdacht. Sein angebotener Rücktritt wurde abgelehnt. Nun kann er bei jeder auf ihn zukommenden Kritik sagen, „Ihr wolltet nicht das ich zurücktrete, also was wollt ihr mir?!“, und sich in die Sonne legen! 😉

Bevor ich zu den Piraten komme, muss ich noch schnell die Linken abhandeln, jedoch geht das ziemlich schnell. Ihr einziges Problem ist: Sie sind eine Ostpartei und eben deswegen verlieren sie nach und nach ihre Sitze in allen anderen Landesparlamenten. Geht es so weiter, sehen wir sie bald nicht mehr im Bundestag, doch bis dahin ist ja noch ein Weilchen Zeit, die schleunigst genutzt werden sollte, um auch im Bund eine Verbindung zu schaffen!

Doch nun zu den Piraten. Als sie es im September 2011 das erste mal in den Berliner Landtag geschafft haben, wurden sie hochgehoben und eben darauf haben sie sich leider ausgeruht. Man kann es durchaus verstehen, wenn sie dort ihre Positionen noch nicht ganz festgezurrt hatten, jedoch nach zwei Jahren sollten diese Lücken längst geschlossen sein. Vor einem knappen Jahr wurde darüber diskutiert, ob die Piraten eine neue Macht in der Politik werden könnte und ja das hätten sie werden können und können sie immer noch! Nur sie müssen jetzt nunmal knallharte Politik machen! Sonderparteitag und Parteiprogramm aufstellen, harten Wahlkampf betreiben und wieder die Leute, die sonst nie Wählen gehen, an die Urne bringen, um wenigstens nicht die NPD zu unterstützen! Wenn sie das knallhart durchziehen und alle möchtegern Politiker aussortieren bevor sie in irgendeinem Landtag sitzen, dann können sie es auch noch in den Bundestag schaffen, ruhen sie sich weiter aus, wird das leider nicht und sie verschwinden wieder länger unter der Rubrik „Andere“. Das ist Demokratie.. 😉

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