Knut – Ein Leben im Rampenlicht


Knut ist am 19. März verstorben und das nach nur 4 Jahren Leben. Dabei war er von Anfang an von einer Kamera gefolgt und auch sein Tod wurde von einer festgehalten. Schlimm sowas…

Am 5. Dezember begann das Leben eines kleinen Eisbärs. Doch schon am Beginn gibt es Schwierigkeiten, denn seine Mutter mochte ihn nicht annehmen. So beschloss der Zoo in Berlin, den kleinen Knut, wie er „getauft“ wurde, per Hand aufzuziehen. Schon da regten sich Wissenschaftler auf, dass man das nicht machen könne, weil er so wichtige Dinge nicht lernt. Doch Thomas Dörflein hörte nicht auf solche Kommentare und zog Knut als Ziehvater auf. Von da an begann das große Medien- und Zuschauerinteresse um Knut. Der Zoo platzte förmlich aus allen Nähten, weil sie alle Knut sehen wollten, von nun an verfolgte Knut immer mindestens eine Kamera, um alles festzuhalten. Der Zoo lies sich wenig später den Namen „Knut“ als Marke zusichern. Sie produzierten Stofftiere, Kissen, Handtücher und vieles mehr. Eine Gummibärchenfirma brachte wenig später die Knut-Gummibärchen raus und spendete pro Tüte 20 Cent an Knut, als hätten sie noch nicht genug verdient. Wenig später konnte Haribo 10.000 Euro dem Berliner Zoo überreichen. Das heißt sie haben knapp 50.000 Tüten der Gummibärchen verkauft, nun kann man sich an der Hand ausrechnen das Haribo das Vielfache von diesen 10.000 Euro verdient haben.

So machte jeder seinen Profit aus der großen Geschichte des kleinen Knuts, dass ist die Schattenseite des so süßen Eisbärs. Den alle verdienten Millionen, doch Thomas Dörflein, der sich um alles, was Knut betraf, kümmerte bekam nichts außer einer einmaligen Bonuszahlung lebte der Pfleger das gleiche Leben weiter, schon allein das finde ich schade, doch Dörflein ging es Gott sei Dank nicht um Geld, sondern um den Eisbär. Im September 2008 der erste Schock: Thomas Dörflein stirbt in seiner Berliner Wohnung an einem Herzinfarkt in Folge einer anderen Krankheit. Damit hatte wirklich keiner Gerechnet. Dies geriet jedoch ziemlich schnell in den Hintergrund, denn es stand eine viel viel viel wichtigere (hust) Entscheidung im Raum: Wo soll Knut Leben? Denn mit dem Zoo Neumünster, dessen Eisbär Lars der Vater Knuts war, war vereinbart, dass Knut ihnen „gehöre“. 430.000 Euro später war dies vergessen und Knut blieb in Berlin. Ab September 2009 bis Juli 2010 lebte Knut in einer Freianlage mit Eisbärweibchen Giovanna. Man gab an, dass Giovanna wegen eines Umbau des Geheges da wäre, doch ich glaube man hatte sich insgeheim Hoffnungen auf erneuten Nachwuchs gemacht. Das klappte jedoch nicht. Danach teilte sich Knut eine Freianlage mit drei anderen Weibchen, unter anderem mit seiner Mutter Tosca. Von da an wurde er unterdrückt, gebissen und ausgegrenzt und das sogar von seiner eigenen Mutter. Experten meinten, die anderen Eisbären würden mitbekommen, dass sich das Interesse nur um Knut handelte und das sie ihn deswegen „mobben“ würden.

Dann kam der 19. März. Es sollte der letzte Tag des süßen Eisbären werden. Er war allein im Gehege und vor den Augen von Zuschauern und einer Kamera, stand Knut auf und begann sich im Kreis zu drehen, bis er dann vor Zuckungen ins Wasser viel und leblos trieb. Die Zeugen riefen sofort Hilfe, doch zu spät, Knut stirbt im Alter von vier Jahren. Nun begann sofort der Ruf, dass der Zoo schuld sei.

Der Zoo ordnete eine Sektion an und die brachte gestern erste Ergebnisse: Knut litt an einer Virus-Infektion, welche zu schweren Gehirn- und Rückmarksschädigungen geführt habe. Ob diese beide auf die Erkrankung zurückzuführen sind, ist noch nicht klar, doch es ist klar, dass diese Schädigungen zu Muskelzuckungen (Was das im Kreis drehen hervorrufte) führten und er dadurch ins Wasser viel. Er schaffte es nicht seine Nase über Wasser zu halten und ertrank. Dies ist jedoch nur ein vorläufiges Ergebnis. Eines sei jedoch klar: Auch wenn Knut nicht ins Wasser gefallen wäre, lange hätte er nicht mehr gelebt.

Der Tod ging sofort durch die Weltpresse und wurde wieder heiß diskutiert und wieder profitierte der Zoo davon. Sie planen außerdem eine Bronze-Statue zu bauen und übergeben „Knut“ dem Naturkundemuseum, was dort aus ihm wird, bleibt abzuwarten. Eines scheint jedoch sicher: Es steht nicht der Bildungszweck im Vordergrund…

Bild: © ddp

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